Bipolare Störungen

 

1.       Was kann ich als Betroffener tun?

a.       Leben mit bipolaren Störungen

Wichtig ist es, die Erkrankung als Teil des eigenen Lebens zu akzeptieren. Für eine erfolgreiche Behandlung bipolarer Störungen ist es unabdingbar, sich mit dem Krankheitsbild auseinanderzusetzten. Ein wichtiger Bestandteil ist die regelmäßige Medikamenteneinnahme. Die Gefahr, einen Rückfall zu erleiden, steigt bei unregelmäßiger Medikamenteneinnahme.

Stresssituationen können bei Erkrankten zu einem Rückfall führen. Daher ist es sinnvoll, zu erkennen, wodurch im Einzelnen Stress entsteht und diese Situationen so weit wie möglich zu vermeiden, oder aber zu lernen damit umzugehen und Entspannungsmöglichkeiten zu finden. Ein strukturierter Tagesablauf und ausreichend Schlaf helfen, Ruhe in den Alltag zu bringen. Ein Stimmungstagebuch kann helfen, Anzeichen einer beginnenden Phase zu erkennen.

 

b.      Freundschaft und Partnerschaft

Freunde und Partner können unterstützen und helfen. Wichtig ist es, sie über die Erkrankung aufzuklären: Sie wissen zu lassen, dass  man in einer akuten Krankheitsphase anders reagiert als gewohnt, um zu vermeiden, dass sie aus Unsicherheit oder Überforderung auf Abstand gehen. Nahestehende Menschen können lernen, Frühwarnzeichen einer erneuten Krankheitsepisode zu erkennen. Sie können den Erkrankten darauf aufmerksam machen, eventuell eingreifen und ihn zum Arzt begleiten. Ein schriftlicher Notfallplan hilft, im Akutfall richtig zu reagieren. Beispielsweise können darin Vertrauenspersonen und der behandelnde Arzt benannt werden.

 

c.       Beruf und Arbeitsleben

Eine geregelte Tätigkeit hilft, einen stabilen Rhythmus zu schaffen und mit dem sozialen Umfeld in Kontakt zu bleiben. Ideal ist eine Arbeitsatmosphäre in der sich die Betroffenen wohl fühlen. Schichtarbeit ist für Menschen, die an bipolaren Störungen leiden, nicht geeignet.

Es ist nicht verpflichtend, die Krankheit am Arbeitsplatz zu erwähnen. Es sollte genau überlegt werden, wer am Arbeitsplatz ins Vertrauen gezogen wird. Ein Kollege, Vorgesetzter oder Mitarbeiter könnte über die Erkrankung informiert werden, mit dem Hinweis, wie gegebenenfalls zu reagieren ist, wenn es zu einem Rückfall kommt. Hier kann ein Notfallplan, auf dem Kontaktdaten der Vertrauenspersonen und des behandelnden Arztes angegeben sind, Sicherheit geben.

 

2.       Wie können Angehörige und Freunde helfen?

Ein offener Umgang mit der Erkrankung ist hilfreich, damit Angehörige und Freunde Verständnis für die Erkrankung entwickeln können. Am einfachsten gelingt dies, wenn darüber gesprochen wird. Angehörige und Freunde können manchmal die Warnzeichen einer manischen oder depressiven Phase früher erkennen als Betroffene selbst. Sie können mit dem Betroffenen absprechen, wie zu handeln ist, oder ihn zu einem Arzt zu begleiten.

 

3.       Wo finde ich Unterstützung und weitere Informationen?

 

Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V. (DGBS) www.dgbs.de

Tel: 0700 – 33 34 44 55 (Servicetelefon für Betroffen und Angehörige)

Unter www.dgbs.de findet sich auch: ein Selbsthilfegruppen-Verzeichnis http://www.dgbs.de/selbsthilfe.html

Internetforum für den Erfahrungsaustausch www.bipolar-forum.de

Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker www.bapk.de

Adressen von Früherkennungszentren

http://www.psychose.de/frueh-erkennen-von-psychosen-12.html

 

Viele psychiatrische Kliniken haben in der Regel Sprechstunden für „Gemütserkrankungen“

 

 

Materialien, z.B.:

  • Patientenbroschüre
  • Broschüre für Kinder: „Warum fahren Papas Gefühle Achterbahn?“ - Familienleben mit bipolarer Störung
  • Stimmungstagebuch
  • Vordruck für Notfallplan

 

 

 

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