Parkinson

Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende Erkrankung, bei der es zu einem allmählichen Verlust von Nervenzellen in einem bestimmten Bereich des Gehirns kommt, was zu Problemen bei der Bewegungskontrolle und anderen Arten von Beschwerden führt.

Jean-Claude Parent aus Frankreich, Parkinson
Jean-Claude Parent aus Frankreich, Parkinson

Übersicht über die Parkinson-Krankheit
Die Parkinson-Krankheit ist eine langfristige und fortschreitende Erkrankung des Gehirns, die meist Personen über 60 Jahren betrifft.1 Menschen mit Parkinson haben Probleme, ihre Bewegungen zu kontrollieren. Mit Fortschreiten der Erkrankung wird die Funktionsfähigkeit des Betroffenen im Alltag stark beeinträchtigt.

Die Symptome der Parkinson-Krankheit beruhen auf einem Verlust von Nervenzellen in Gehirnarealen, die die Bewegungskontrolle beeinflussen, und auch in anderen Bereichen, die Stimmung, Schlaf und Denken betreffen. Die genaue Ursache für den Nervenzellverlust ist unbekannt, allerdings wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen Faktoren, Umweltfaktoren und dem Alterungsprozess eine Rolle spielt.2


Symptome
Die klassischen Symptome der Parkinson-Krankheit – so genannte „motorische“ (die Bewegung betreffende) Symptome – sind Zittern (Tremor), Verlangsamung der Bewegungen, Muskelsteifigkeit und Gleichgewichtsstörungen. Daneben sind auch nicht-motorische Symptome häufig, wie zum Beispiel Depressionen, Demenz, Schmerzen, Schlafstörungen und Funktionsstörungen von vegetativen Körperfunktionen (Verdauung, Blutdruck usw.). Zusammen bedeuten diese Probleme eine erhebliche Belastung.

Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende Erkrankung und mit der Zeit treten neue Symptome auf und bestehende Beschwerden nehmen nach und nach zu. Allerdings ist es keine Erkrankung, die kurzfristig zum Tod führt  – die Betroffenen können nach der Diagnosestellung noch gut 15 bis 25 Jahre leben – was zur Folge hat, was sie zu einer langfristigen (chronischen) Erkrankung macht.3


Statistik
Die Parkinson-Krankheit gehört zu den häufigsten neurologischen (das Nervensystem betreffenden) Erkrankungen und im Jahr 2004 waren weltweit etwa 5,2 Millionen Männer und Frauen betroffen. Jährlich werden 4 bis 20 Neuerkrankungen je 100.000 Einwohner diagnostiziert.4

Die Parkinson-Krankheit bildet sich in der Regel Ende der sechsten bis Anfang der siebten Lebensdekade aus (um das 60. Lebensjahr herum),1 allerdings gibt es auch seltene Formen der Erkrankung, die vor dem 40. Lebensjahr auftreten können.5 Eine in fünf europäischen Ländern durchgeführte Studie ergab, dass 1,6 % der Einwohner ab 65 Jahren eine Parkinson-Krankheit hatten.6

Da das Risiko für das Auftreten der Parkinson-Krankheit mit dem Alter zunimmt, bedeutet die Tatsache, dass heute immer mehr Menschen ein hohes Alter erreichen, dass auch die Gesamtzahl der Patienten mit Parkinson-Krankheit ansteigt.7


Diagnosestellung und Behandlung
Es gibt derzeit keine Heilung für die Parkinson-Krankheit, allerdings können in den meisten Fällen die Symptome wirksam behandelt werden, sobald ein Arzt die Diagnose gestellt hat. Ziel der Behandlung ist die Beherrschung und Besserung der Symptome, um die Funktion des Betroffenen zu erhalten und ihm so lange wie möglich eine akzeptable Lebensqualität zu ermöglichen.

Die Behandlung der Parkinson-Krankheit besteht normalerweise in einer medikamentösen Therapie. In einigen Fällen kommt auch eine Operation zum Einsatz. Darüber hinaus spielen auch körperliche Aktivität, Ernährung, ergänzende Behandlungen, emotionale Unterstützung und starke Beziehungen eine wichtige Rolle. Fast ebenso wichtig wie die praktische Behandlung der Erkrankung ist es, ein Verständnis für die Parkinson-Krankheit zu entwickeln, die neue Lebenssituation anzunehmen und zu lernen, neue Ziele und Herausforderungen im Leben zu akzeptieren.

Ein Mensch mit Parkinson-Krankheit sollte nicht zögern, andere um Hilfe zu bitten. Darüber hinaus ist es wichtig, dass er von einem Facharzt beraten wird.


Quellen
1. Weintraub D, Comella CL, Horn S. Parkinson's disease-Part 1: Pathophysiology, symptoms, burden, diagnosis, and assessment. Am J Manag Care. 2008; 14(2 Suppl):S40-8.

2. Schapira AHV The management of Parkinson’s disease - what is new? Eur J Neurol 2011;18(Suppl 1):1-2.

3. Poewe W, Mahlknecht The clinical progression of Parkinson's disease. Park and Rel Dis 2009;15(Suppl 4):S28-S32.

4. de Lau LML, Breteler Monique MB. Epidemiology of Parkinson's disease. Lancet Neurology, 2006;5(6):525-535.

5. Grimes DA. Parkinson’s disease: a guide to treatments, therapies and controlling symptoms. London: Constable & Robinson Ltd, 2004.

6. de Rijk MC, Tzourio C, Breteler MM, et al. Prevalence of parkinsonism and Parkinson’s disease in Europe: the EUROPARKINSON Collaborative Study. European Community Concerted Action on the Epidemiology of Parkinson’s disease. J Neurol Neurosurg Psychiatry 1997; 62(1):10–15.

7. Dorsey ER, Constantinescu R, Thompson JP, Biglan KM, Holloway RG, Kieburtz K, Marshall FJ, Ravina BM, Schifitto G, Siderowf A, Tanner CM. Projected number of people with Parkinson disease in the most populous nations, 2005 through 2030 Neurology 2007;68(5):384-386.

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